Kostenlose VPNs. Worauf man unbedingt dabei achten sollte!

Wer einen VPN Anbieter sucht, wird sich auch überlegen, ob er nicht auch einen kostenlosen Dienst nutzen kann. Die Frage sollte sich aber erst stellen, nachdem man sich bewusst gemnacht hat, wozu man den VPN nutzen möchte. Sozusagen seine eigenen Anforderungen oder Erwartungen genau kennt. Dazu muss man wissen, dass VPN Anbieter und Services keinesfalls einen Nutzer wirklich „Anonym“ machen, bestenfalls es verhindern können, dass über die verwendete IP-Adresse der Nutzer gefunden werden kann. Also Anbieter die da von einer „Anonymisierung“ sprechen tun dies auch im Wissen, dass sie etwas versprechen, dass sie nicht im Stande sind zu halten. Daher bei solchen Aussagen immer besonders aufpassen.

Was ist VPN überhaupt?

VPN steht für „virtuelle private Netzwerkverbindung“. Das bedeutet, dass genauso wie Du Deinen PC per Kabel oder übder WLAN mit einem Router verbindest, eine Verbindung zwischen zwei Geräten eben dem VPN-Client (Endgerät) und dem VPN-Server (Router) aufgebaut wird. Die Form dieser Verbindung basiert nur darauf, dass eine gemeinsame Verschlüsselungssprache oder auch „VPN-Protokoll“ zwischen den beiden Geräten (Client + Server) vereinbart wird. Daten die nun auch über fremde Netzwerke wie dem Internet zwischen diesen beiden Geräten übertragen werden, sind „privat“ also verschlüsselt und nicht mehr für Dritte einsehbar. Wie bei jeder Netzwerkverbindung kommunizieren die beiden Geräte auch über ein Protokoll, dass sich TCP/IP nennt. Das bedeutet, dass die Daten zwischen IP-Adressen vermittelt werden. Das Endgerät Client) als auch der Server (Router) haben daher je eine IP-Adresse die sozusagen als Adresse dient für die Pakete die zwischen den beiden gesendet und empfangen werden.

Was ist ein VPN-Service?

VPN Services bieten den Nutzern meistens verschiedene VPN-Server in unterschiedlichen Standorten auch weltweit verteilt zur Nutzung an. Das bedeutet, dass sich nutze gegenüber diesen Standorten authentifizieren (Anmelden) können. Daraufhin eine interne IP-Adresse zugewiesen bekommen und den VPN-Server auch für den Zugang zum Internet über eine „externe IP-Adresse“ des VPN-Servers nutzen können. Was dadurch entsteht ist eine „Verschleiererung der eigenen echten IP-Adresse“. Denn fortan werden Webseiten und Webdienste die IP-Adresse des VPN-Servers sehen können, aber nicht mehr die eigentliche IP-Adresse des Nutzers.

Viele VPNs nennen das eine „Anonymisierung“ allerdings muss man auch sagen, dass man gegenüber dem VPN-Server nicht anonym dabei bleibt, weshalb es eben keine wirkliche „Anonymität“ bedeutet, wenn man einen VPN-Service verwendet. Was man nun als Nutzer dem VPN-Anbieter entsprechend bieten muss ist „Vertrauen“ Nämlich das Vertrauen, dass der Anbieter mit den eigenen Daten sorgsam und auch zuverlässig umgehen wird.

Haftung für Tätigkeiten mit IP-Adressen

Nun ist es so, dass man im realen Leben verschiedene Formen der Identifizierung oder der Beweisführung haben kann, das ist zb die Beobachtung durch Zeugen, Fingerabdrücke oder auch DNS Spuren, welche man an einem Ort hinterlassen hat. Im Internet ist es die IP-Adresse, welche einerseits ständig auch den aufgerufenen Webseiten bekannt ist, welche aber auch über den eigenen Internetanbieter, welchem diese IP-Adresse im Normalfall gehört, auch zur eigenen Person verbinden kann. Wer heute etwas im Internet tut, wie zb auch urheberrechtlich geschützte Werke ohne genehmigung sich zu laden, dessen IP-Adresse wird zwangsläufig dort bekannt sein. Es ist daher auch damit möglich eben auf die Person schlußendlich folgern zu können. Mit einem VPN-Service wird aber der Anbieter oder Betreiber des VPN-Servers in erster Linie bekannt werden. Das bedeutet im Falle von zivilrechtlichen Dingen eine Haftung, welche sich daraus ergibt und die damit auch der VPN-Service übernimmt. Kostenlose VPN-Services sind dabei natürlich eigentlich völlig schutzlos dem ausgeliefert. Zum einen weil, sich hier Nutzer selbst nur selten annmelden müssen oder auch die Geschäftsbedingungen nur lieblos und ohne zu studieren akzeptieren. Was nichts kostet, kann ja auch keine Probleme machen. Darum werden diese Bedingungen eben oftmals gar nicht gelesen. Das ist ein problem, denn dort würden die Nutzer auch einige interessante bedingungen finden, zum Beispiel, dass die Anbieter eben zur Nachverfolgbarkeit die reale IP-Adresse, Datum, Zeitpunkt der Nutzung usw speichern. das bedeutet, dass kostenlose VPN-Anbieter natürlich die Haftung nicht selbst tragen können, sondern die Daten der Nutzer einerseits aufzeichnen und bei Haftungsfragen immer an Behörden weitergeben.

Kostenlose VPN-Anbieter kannst Du daher niemals wirklich „anonym“ oder als „Schutz vor Verfolgung“ benutzen!

Ich beschreibe das in aller Deutlichkeit hier deshalb, weil die meisten Nutzer von „kostenlosen VPNs“ diesen Umstand gerne verdrängen oder nicht hören möchten. Zu verlockend scheint es eine Leistung „gratis“ zu erhalten, da denkt dann niemand über die Konsequenzen nach. Aber auch im Internet gilt die Weisheit: „Geschenkt wird einem fast nichts im Leben“.

 

 


Erstellt am: 26. September 2017

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